
Was haben ein Fußballverein und ein Versicherungsunternehmen gemeinsam? Auf den ersten Blick: nicht viel. Doch bei genauerem Hinsehen steckt in beiden Welten mehr Gemeinsames, als man denkt – vor allem, wenn es um Struktur, Teamgeist und Leidenschaft geht. Zwei Stationen meines beruflichen Wegs zeigen: Mut zahlt sich aus. Und Menschen verbinden sich über Gemeinsamkeiten und über ehrliches Interesse.
Ich war 24, ganz neu im Job bei Alemannia Aachen. Zwei Wochen nach meinem Start sollte ich allein eine Sponsorenreise nach Alkmaar begleiten. Im Bus saßen Geschäftsführer:innen großer Firmen und ich kannte niemanden, keine Gesichter, keine Namen. Die Aufregung war riesig.
Mein spontaner Einfall: Wie in der Schule die Anwesenheit prüfen. Ich rief laut die Namen auf, die Sponsoren meldeten sich, lachten, das Eis war gebrochen. Die Stimmung war gelöst. In diesem Moment habe ich gelernt: Authentizität schlägt Perfektion. Nähe entsteht durch einfache Gesten und durch Mut.
Einige Jahre später, inzwischen arbeite ich bei HDI. Ich brauchte eine Rückmeldung aus einem anderen Bereich und fragte kurzerhand direkt bei der Führungskraft an – ohne zu wissen, dass man das damals angeblich nicht machte. Der Termin stand bereits, also blieb ich dabei. Zum Glück!
Der Austausch war offen und angenehm. Als ich scherzhaft meinte: „Bitte keine Witze über Kegeln oder Bielefeld“, kam prompt die Reaktion: „Schlag ein, ich komme auch aus Bielefeld!“ Ein Moment, der zeigt: Gemeinsamkeiten verbinden – ganz gleich, ob im Fußballbus oder im Büro.
Ob in der Sportwelt oder im Konzern: Es lohnt sich, mutig zu sein. Sich einzubringen. Fragen zu stellen. Humor zu zeigen. Denn oft entsteht Verbindung dort, wo man am wenigsten damit rechnet und genau das macht Kultur erlebbar.
